Die Aquarium Beleuchtung ist neben dem passenden Becken die wichtigste Grundlage eures Aquariums. Die richtige Beleuchtung im Aquarium ist die Lebensgrundlage für die meisten Lebewesen. Vor allem Pflanzen, aber auch die Fische brauchen für eine gesunde Umgebung das Licht. Damit ihr euch nicht irgendeine teure Aquariumlampe andrehen lasst, klären wir hier über die verschiedenen Beleuchtungsarten und -möglichkeiten auf. Wir zeigen auch, was man falsch machen kann und was besonders wichtig ist. Wenn ihr Fragen habt, dann hinterlasst einen Kommentar, wir geben gerne Antwort.

Mit dem Aquarium-Licht die Natur imitieren

Wie immer ist es der beste Weg, im Aquarium die Natur zu imitieren. Dazu sollte man aber nicht auf die Aquarium Beleuchtung verzichten und das Aquarium ins Sonnenlicht stellen – das wäre der falsche Weg. Die Sonne ist viel zu intensiv. Sie erwärmt das Wasser auf ungesunde Temperaturen und beschleunigt rasant das Algenwachstum. Warum das in der Natur nicht geschieht? Ganz einfach: in der Natur liegen ganz andere Voraussetzungen vor. Die Wassermenge ist deutlich größer als in einem Becken und das Licht fällt von oben und nicht von der Seite ein. Außerdem verhindern Strömung, Laub und Pflanzen die direkte Sonneneinstrahlung. Aber man sollte trotzdem von der Natur lernen und beispielsweise Lichtphasen imitieren.

Aquarium Beleuchtungsdauer

Wer jetzt schon sein Licht hat und keine Zeitschaltuhr, der sollte schnell nochmal zum Geschäft zurückfahren. Damit man die Sonne, Jahreszeiten und Wetterlagen imitieren kann ist mindestens eine Zeitschaltuhr erforderlich. Mit der Zeitschaltuhr kann man den Tagesbeginn – also Sonnenaufgang und das Ende des Tages – den Sonnenuntergang simulieren. Außerdem sollte man zur Vermeidung von Stress eine Mittagspause beim Licht einlegen. Das dient dazu, Wolken oder schlechtes Wetter nachzustellen.

Wer es noch professioneller mag, der holt sich einen Dimmer. Mit diesem kann man nicht nur Tagesbeginn und Tagesende harmonisch kopieren, sondern auch Bewölkung und ähnliches vortäuschen. Zur Beleuchtungsdauer gibt es keine feste Regel, aber einen Maximalraum. Man kann sich hier ein wenig ausprobieren und gucken wie Pflanzen und Tiere reagieren. Wenn man sich die Jahreszeiten ansieht, dann wird man feststellen, dass die Helligkeit und Beleuchtungsdauer der Sonne im Frühjahr deutlich länger ist als im Herbst und Winter. Doch man sollte sich nicht zu sehr die Lichtverhältnisse in Deutschland ansehen, sondern schauen, wo die Pflanzen und Fische eigentlich herkommen.

Wer keinen Dimmer hat, der kann sein Licht 9-12 Stunden am Tag mit einer Mittagspause von 2-3 Stunden laufen lassen.

Beleuchtungsarten für das Aquarium

Es ist nicht nur wichtig, für ausreichend (aber nicht zu viel) Licht zu sorgen, sondern auch eine gute Aquarium Beleuchtung zu kaufen. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass diese auch unbedingt enorm teuer sein muss. Wer sich ein wenig Zeit nimmt und bei uns zu dem Thema liest, wird je nach Anspruch auch mit weniger Geld die passende Beleuchtung finden.

Zunächst einmal unterschieden wir zwischen unterschiedlichen Techniken:

  • Leuchtstoffröhren
  • LED-Lampen
  • Halogenlampen
  • HQI-Brenner

Neben den unterschiedlichen Techniken gibt es auch unterschiedliche Anbringungsarten, wie beispielsweise die Anbringung als Hängeleuchte oder Aufsetzleuchte. Es gibt auch noch einiges an Zubehör wie passende Reflektoren, welche die Effizienz der Aquarium Beleuchtung deutlich steigern.

Aquarium Beleuchtung Aufhängung

Bekannte Marken in der Beleuchtungstechnik für das Aquarium sind:

  • Aquatlantis
  • Dennerle
  • Eheim
  • Giesemann
  • Juwel

Aber auch immer mehr Newcomer und unbekannte Marken etablieren sich zunehmend am Markt. Es ist nicht immer zwingend erforderlich, eine bekannte Marke zu wählen. Sicher hat man hier eine Art Garantiefaktor, ein qualitativ hochwertiges und funktionierendes Produkt zu erhalten, aber wenn man sich die Preise und die Qualität einiger anderer Hersteller ansieht, dann lohnt es sich bei manchem schon mal nach links oder rechts zu sehen.

Doch sehen wir uns die Technik der Aquarium Beleuchtung genauer an.

Leuchtstoffröhren

Auf Opas Aquarium waren die leicht violett strahlenden Leuchtstoffröhren nicht wegzudenken, doch der Trend geht immer mehr weg von den Leuchtstoffröhren. Diese Glasrohre haben besonders dünnes Glas und sind somit auch besonders anfällig für Defekte. Wenn eine Leuchtstoffröhre erst einmal zerschlägt, dann ist Chaos vorprogrammiert. Man wird Mühe habe, all die Scherben wiederzufinden. Hier hilft dann nur, den kompletten Aquariumboden auszutauschen und alles zu reinigen. Ansonsten könnten sich die Fische daran verletzen.

Die Glasröhren werden unter hoher Spannung durch ein Leuchtgas zur Abgabe von Licht gebracht. Wir wollen die Leuchtstoffröhren aber nicht nur schlecht machen. Immer noch haben wahrscheinlich die meisten Aquarium-Besitzer Leuchtstoffröhren im Betrieb. Das liegt sicher daran, dass sie nicht nur extrem günstig sind, sondern auch leicht auszutauschen. Außerdem haben sie eine sehr lange Laufzeit. Gerade Einsteiger entscheiden sich oft aus preislichen Gründen für diese Aquarium Beleuchtung.

Hier unterscheiden wir zwischen T5 und T8. Wichtig ist die Röhren nach Ablauf der Betriebsstunden auszutauschen:

  • T5 10.000 Stunden
  • T8 20.000 Stunden

LED Lampen

LED Lampen werden immer beliebter und auch die Technik verbessert sich ständig. Sie sind preislich etwas teurer als Leuchtstoffröhren, aber überzeugen durch eine extrem lange Lebensdauer und einige tolle Extra-Funktionen. Von der Leuchtkraft her können sie mit Leuchtstoffröhren locker mithalten, einer Halogenlampe oder einem HQI-Brenner sind sie aber unterlegen. Allerdings ist die Leuchtkraft für ein gewöhnliches Aquarium (Beispiel: 200 cm lang, 60 cm tief, 60 cm breit) bestens geeignet. Wir betreiben selber ein Aquarium mit LED Lampen und können sowohl über Ausleuchtung als auch Pflanzenwachstum wirklich nichts Negatives sagen. Bei tieferen Aquarien sollte man sich dann doch die anderen Techniken angucken.

Übrigens haben LED Lampen häufig nicht nur eingebaute Dimmer, sind besonders flach und schick designed, sondern können auch in unterschiedlichen Farben leuchten. Letzteres ist aber wirklich nicht notwendig und stört die Fische wahrscheinlich eher. Auf jeden Fall würde beispielsweise rotes Licht die Pflanzen geil werden lassen. Damit meinen wir nicht, dass euch die Pflanze beim nächsten Beckenbesuch anspringt, sondern die Triebe extrem lang werden und die Blätter sich nur schmal bis überhaupt nicht entwickeln. Grünes Licht beispielsweise kann von den Pflanzen gar nicht aufgenommen werden. Daher kann man als Fazit zu den farbigen LED Lampen sagen, dass es sich hierbei eher um einen netten Partygag handelt.

Halogenlampen

Halogenlampen haben ein extrem helles Licht, welches sich ohne Reflektor nur auf einen bestimmten Punkt richtet. In der Regel verwendet man es um Lichtakzente in bestimmten Bereichen zu setzen. Will man eine Stelle im Aquarium besonders hell haben, dann ist diese Aquarium Beleuchtung besonders geeignet. Wer die Fläche vergrößern will, sollte entweder ein anderes Leuchtmittel nutzen oder mit einem Diffusor bzw. Reflektor arbeiten. Aber auch hiermit lässt sich ein großes Becken nicht komplett ausreichend ausleuchten. Halogenlampen haben auch einen deutlich höheren Stromverbrauch als die zuletzt genannten Leuchtsysteme. Wer ein flaches oder nicht zu tiefes Aquarium besitzt, sollte die Finger von diesem Leuchtmittel lassen, da es viel zu hell ist.

HQI Brenner

Jetzt kommt das hellste Leuchtmittel neben der Sonne. Wie der Name schon vermuten lässt, brennt dieses Licht und ist nichts für kleine oder Standard-Becken. Der HQI Brenner ist tatsächlich noch heller als eine Halogenlampe und wirklich nur für Profis geeignet. Zu helles Licht kann viel Schaden verursachen und auch die Fische in ihrem Verhalten schädigen. Fische haben keine Augenlider und können nicht die Augen zukneifen, daher ist zu viel Licht ein enormer Stressfaktor. Der HQI Brenner arbeitet mit Quecksilberdampf. Deswegen muss man hier sehr vorsichtig sein und einige Schutzmaßnahmen ergreifen.

Der große Vorteil vom HQI Brenner ist sein extrem helles Licht. Die Nachteile sind der kostenintensive ständige Austausch der Lampen und der hohe Stromverbrauch. Ein weiterer, nicht zu unterschätzende Faktor ist die enorme Entwicklung von Hitze im Becken und der Umgebung. Das muss man mit einplanen. Der HQI Brenner kommt zum Einsatz, wenn eine flächige Beleuchtung von besonders tiefen Becken gewünscht ist. Der Vorteil im Vergleich zur Halogenlampe ist, dass hier nicht nur gezielt ein Punkt angeleuchtet wird sondern eine große Fläche.

Fazit

Unser Favorit für gewöhnliche Becken ist die LED Lampe. Sie wird sich früher oder später in der Aquarium Beleuchtung durchsetzen und den Markt übernehmen. Das liegt nicht nur am geringen Stromverbrauch (welcher immer teurer wird), sondern auch an der Langlebigkeit. Wer nicht viel Geld besitzt, kann auch mit Leuchtstoffröhren starten.

Wichtig ist bei allen Beleuchtungen, dass sie spritzwassergeschützt sind. Wer etwas mehr Geld zur Verfügung hat, der holt sich Dimmer für die Simulation von Regentagen, Wolkenaufkommen und verschiedene Tageszeiten, aber auch Mondlicht. Es sei aber gesagt, dass die Fische auch so überleben und eine gewöhnliche Zeitschaltuhr mit dem Leuchtmittel eurer Wahl nicht perfekt ist, aber vollkommen ausreicht. Mit der richtigen Beleuchtung kann man optimal den Biorhythmus von Pflanzen und Tieren steuern und so Einfluss auf ihre Entwicklung nehmen.

Für Anfänger gibt es Einsteiger-Sets, welche mal mehr und mal weniger kosten. Viele große Hersteller nehmen üppige Beträge für komplette Leuchtsysteme. Deswegen informiert euch ausreichend, ehe ihr euch für ein Leuchtsystem für das Aquarium entscheidet.

Aquarium Beleuchtung – welche Aquarium Lampe ist gut?
4.3 (86.67%) 6 votes