Der Uaru, zu deutsch auch als Keilfleckbuntbarsch, ist sehr bekannt, aber ein seltener Anblick im Aquarium. Das liegt ganz sicher nicht an seinem schönen Aussehen oder seiner friedlichen Art. Viel mehr ist die Haltung des Uaru sehr anspruchsvoll und gerade für Anfänger nicht geeignet, desweiteren braucht er ein großes Aquarium. Heute gucken wir uns alle Informationen rund um den Keilfleckbuntbarsch an.

Uaru Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Uaru amphiacanthoides
  • Arten: Uaru amphiacanthoides und Uaru fernandezyepezi
  • Entdecker: Uaru amphiacanthoides: Heckel 1840, Uaru fernandezyepezi 1989
  • Deutscher Name: Keilfleckbuntbarsch
  • Ursprung: Südamerika im Amazonas
  • Verbreitung: Amazonas, Rio Negro, Rio Branco, Orinoco-Einzug, Unterläufe, Nebenflüsse
  • Alter: über 10 Jahre
  • Größe: 19 – 30 cm
  • pH-Wert: 5,5 – 7,2
  • Wasser: sauber, nicht zu hart, Klarwasser, Schwarzwasser
  • Wasserhärte: 2° bis 15° dGH
  • Temperatur: 24 – 28° C
  • Verhalten: friedlich
  • Haltung: kleine Gruppe, großes, dunkles Aquarium
  • Ernährung: überwiegend pflanzliche Nahrung, Lebendfutter, Frostfutter
  • Krankheiten: bei hartem oder alkalischem Milieu sehr krankheitsanfällig
  • Aquariumgröße: 600 – 750 Liter
  • Einrichtung: Versteckmöglichkeiten – Steine und Wurzeln
  • Bodengrund: feiner Kies oder Sand
  • Schwimmzone: unterer Bereich
  • Familie: Cichlidae – Buntbarsche
  • Unterfamilie: Cichlinae
  • Tribus: Heroini
  • Gattung: Uaru
  • Überordnung: Cichlomorphae
  • Ordnung: Cichliformes
  • Fortpflanzung: Offenbrüter
  • Zucht: anspruchsvoll
  • Preis: 29 – 200 € (Quelle: ebay-kleinanzeigen.de)
  • Flossenformel: D XV-XVI/14-16, A VIII/13-15
  • Schuppenformel: mLR 40-42

Der Uaru gehört zu den heroinen Buntbarschen, welche als nächste Verwandtschaft Uaru fernadezyepezi und U. amphiacanthoides zeigen. Weitere Verwandte als Klade hochrückiger Buntbarsche stammen aus den Gattungen Symphysodon (Diskusfisch), Hoplarchus und Heros.

Uaru Herkunft, Arten und Lebensweise

In brasilianischer Indiosprache bedeutet Uaru „Kröte“. Der Gattungsname leitet sich vom Wort Uarù-urà ab, was soviel wie Vogelkröte heißt. Den Artnamen wählte Heckel inspiriert durch die Meeresfischgattung Amphiacanthus, welchen er aufgrund des Körperbaus als treffend empfand. Es gibt zwei Arten, welche beide zu den Buntbarschen zählen:

  • U. amphiacanthoides
  • U. fernandezyepezi

In der Aquarisitk ist der noch nicht so lange bekannte Uaru fernandezyepezi eine Seltenheit. In den meisten Fällen sieht man hier den Uaru amphiacanthoides.

In Südamerika findet man diesen prächtigen Fisch mit großem Vorkommen in unterschiedlichen Lebensräumen. Sowohl im Klarwasser als auch im Schwarzwasser des Amazonas und dessen Nebenflüssen: Río Negro, Río Ucayali, Rio Solimões, Río Branco, Orinoko. Gerade in Uferzonen, versumpften Flussmündungen und im tiefen Wasser kommt der Buntbarsch in Gruppen vor. Hier hält er sich an Stellen auf, die ihm Schutz in Form von Hölzern und Wurzeln sowie Nahrung bieten. Den Typusfundort vom Uaru amphiacanthoides findet man oberhalb von Airao im Rio Negro.

Aussehen und Körperbau

Mit einer Größe von 19 bis 30 cm gehört der Uaru zu den größeren Zierfischen. Von vorne betrachtet, ist er seitlich abgeflacht und hat eine ovale Form. Das endständige Maul hat kleine, abgeflachte Zähne, welche bei jungen Fischen besonders spitz sind. Je älter der Fisch wird, desto mehr runden sich die Zähne ab. Der große, farblich auffällige Kopf hat zwei rote große Augen.

Der Uaru hat sehr kleine Schuppen, wobei sich die Farbe auch beim Alter unterscheidet. Währen die jüngeren Exemplare noch gräulich-grün wirken und eine teils dunkle Marmorierung aufzeigen, ändert sich im Alter ab einer Größe von 10 cm das Schuppenkleid in gräuliches Braun, weiß-beige, orange-braun oder ein schmutziges Gelb. Oft haben die Fische im richtigen Licht einen Metalleffekt. Auf diesen Körperfarben findet man einen stark ausgeprägten, dunklen, keilförmigen Fleck und die typische Querbinde, welche schwarz ist. Vom Aussehen kann man die männlichen und weiblichen Uarus nicht unterscheiden. Die Weichstrahlen der Afterflosse und Rückenflosse isind durchsichtig, während die Spitzen der Afterflossen und Rückenflossen eher milchig scheinen.

Uaru Haltung

Theoretisch kann man den Uaru im Amazonas Aquarium halten, aber hier sollte man die passenden Mitbewohner auswählen. Als Bodengrund empfiehlt sich feiner Kies oder Sand. Wichtig ist, dass es ausreichend große Verstecke in Form von Holz oder Wurzeln gibt. Auch Steinaufbauten werden gerne genommen. Dunkle Farbtöne eignen sich am besten, um die natürliche Heimat zu imitieren. Aber auch die Verstecke müssen abgedunkelte Ruhestellen bieten. Wer Pflanzen ins Becken setzt, wird nicht lange Freude daran haben, da der Buntbarsch sie als Nahrung ansehen wird.

Wie im Steckbrief beschrieben, braucht man ein großes Aquarium und der Uaru ist nicht gerne allein. Unterschiedliche Quellen sind sich uneinig, ob der Buntbarsch in großer oder kleiner Gruppe gehalten werden sollte. Wahrscheinlich sind 6-8 Tiere eine gute Zahl für den Besatz. Aufpassen muss man, wenn die Fortpflanzung losgeht, denn dann bilden sich unter den Uarus Paare, welche nicht nur einen Ort zum Brüten brauchen, sondern auch ausreichend Platz zur Ruhe. Sie bilden während der Fortpflanzungsphase Reviere, welche sie verteidigen. Das sollte man der Größe des Aquariums einkalkulieren. Auch ein großer Außenfilter ist sehr sinnvoll, denn die Uarus hinterlassen sehr viele Ausscheidungen. Besonders dringend ist nicht nur die gründliche Reinigung durch den Filter, sondern auch kontinuierliche Wasserwechsel. Je nach Volumen kann man ca. 50%  des Wassers alle 1-2 Wochen austauschen. Das Wasser darf nicht zu hart sein. Wenn die Werte nicht eingehalten werden, dann ist der Uaru sehr anfällig für Krankheiten. Die richtigen Wasserwerte und Temperatur entnehmt ihr dem Steckbrief oben.

Uaru Nahrung und Fütterung

Der Uaru sieht jede Wasserpflanze als Nahrung an. Eine teure und aufwändige Bepflanzung kann man sich damit schenken. Die Hauptnahrung besteht aus Pflanzen, welche man in Form von Trockenfutter, Tabletten und Grünfutter mit einem Mindest-Pflanzenanteil von 60% reichen kann. Als Abwechslung zur normalen Kost nimmt der Buntbarsch aber auch gerne Lebendfutter oder Frostfutter. Als frisches Gemüse und Pflanzen zum Füttern sind die folgenden geeignet:

  • Haferflocken
  • Möhren
  • Löwenzahn
  • Erbsen
  • Salatblätter
  • Zucchini
  • Vallisnerie
  • Haarnixe
  • Hornkraut

Nach der Mahlzeit werden regelmäßig die Zähne geraspelt, dafür braucht der Uaru weiches Holz. Das Holz nutzt er, um seine Verdauung anzuregen. Es sei noch gesagt, dass scheinbar zu viele rote Mückenlarven zum Tod führen können. Wobei sich hier die Aquaristen streiten, ob tatsächlich die Mückenlarven dafür verantwortlich sind.

Uaru Vergesellschaftung

Bevor man den Uaru mit anderen Fischarten vergesellschaftet, ist es wichtig, dass er eine Gruppe der eigenen Art vorfindet. Als nächstes sollte man wirklich nur friedliche Mitbewohner auswählen und darauf achten, dass diese nicht auf eine üppige Bepflanzung angewiesen sind. Besonders schlecht verläuft die Vergesellschaftung mit den dominanteren Heros, sofern diese gleich groß sind.

Uaru Zucht und Fortpflanzung

Bevor sich ein Paar aus der Gruppe zur Fortpflanzung absondern kann, braucht man natürlich männliche und weibliche Uarus. Diese kann man auf den ersten Blick leider nicht unterscheiden. Eine einwandfreie Zuordnung erfolgt durch Kontrolle der Analpille. Wenn man diesen prächtigen Fisch gezielt nachzüchten will, so wird man im ersten Schritt die Temperatur auf 29° C erhöhen und besonders viel abwechslungsreiche Nahrung geben. Der ph-Wert wird auf 5,5 – 6,5 reguliert.

Der Uaru ist ein Substratlaicher, welcher Pflanzen und Steine zur ersten Eiablage wählt. Bevor die Eiablage beginnt, kann man beobachten, wie der Buntbarsch die Laichstelle gründlich reinigen wird. Bereits nach zwei Tagen findet der Schlupf statt und das Weibchen befördert die kleinen Fische in eine Grube am Sandboden (auch als Nestmulde bekannt). Damit die Kleinen richtig schlüpfen können, zerkaut die Mutter die Eihüllen. Drei bis vier Tage später sind sie bereits in der Lage alleine und frei zu schwimmen. Die ersten sechs Tage brauchen die Kinder keine zusätzliche Nahrung, da sie sich vom Hautsekret der Elterntiere ernähren. Sobald diese Nahrungsquelle nicht mehr ausreicht, sollte man mit Artemia und Staubfutter arbeiten. Auch nach dem Schlupf verteidigen die Eltern teilweise ihr Revier.

Wie immer haben wir euch auch noch zwei schöne Videos herausgesucht, die euch die Uarus noch ein bisschen näher zeigen.

Uaru Keilfleckbuntbarsch – Steckbrief, Haltung und Zucht
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